Tolya Glaukos.
Zufallsforschung.
Zufallsmessverfahren.
Random Research.
CAUSA EFFICIENS:
Private Investigations. Eine bescheidene Ausdeutung des Universums.

INHALT:

Causa efficiens.
Private Investigations. Eine bescheidene Ausdeutung des Universums



Aggregat 1: Ideale Welten

Aggregat 3:

Atmung, Herzschlag, Gedanken.

Hyperzyklen der Psychosomatik. 

 

 

 

 

 

Der Talmud führt alles Persönliche (unseren Charakter) auf die Gedanken zurück: 

 

Achte auf Deine Gedanken
denn sie werden Worte.

 

Achte auf Deine Worte
denn sie werden Handlungen.

 

Achte auf Deine Handlungen
denn sie werden Gewohnheiten.

 

Achte auf Deine Gewohnheiten
denn sie werden dein Charakter.

 

Achte auf Deinen Charakter
denn er wird dein Schicksal.

 

Man möchte den Schluss daraus ziehen, dass man, sofern man seine Gedanken steuern oder gar kontrollieren könnte, auch sein Schicksal steuern oder gar kontrollieren könnte. Wiewohl der strikte Determinist sich über einer solchen Annahme die Haare zerraufen würde – während der Indeterminist im ersten Moment triumphierend lächeln würde, um dann aber, sofern er sich auf die Seite der tapferen Fraktion schlägt und die strikte Form des Indeterminismus benutzen wollte, auch schnell die Hand vor die Augen legen würde, weil das Goethesche Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben, auch ihm die einen Moment lang verheißungsvoll aufschimmernde Freiheit gleich wieder kalt lächelnd einkassieren würde.

Allerdings neigen diese Idealen Welten, wie bereits mehrfach zu sehen war, zum Totalitarismus, machen mundtot, unterdrücken die Lust am Ausdifferenzieren von Details. Also: Gesetzt des Falls, es gäbe dennoch diese Möglichkeit der Gedankenkontrolle: Wie könnte diese dann funktionieren?  

Woraus sich eine weitere Frage ergibt, nämlich woraus sich die Gedanken eigentlich bilden. 

 

Mit etwas Mühe ließe sich hierfür ein psychosomatischer Kreisprozess imaginieren, der auf den Talmud Bezug nimmt: 

 

Achte auf deine Atmung 

Denn sie wird dein Herzschlag 

 

Achte auf deinen Herzschlag 

Denn er wird deine Emotion 

 

Achte auf deine Emotion 

Denn sie wird dein Gedanke 

 

Achte auf deinen Gedanken 

Denn er wird deine Atmung 

 

Atmung und Herzschlag, die man gut in einem Herzlungen-System zusammenfassen kann, bilden die Grundmotoren des Lebens resp. Überlebens des menschlichen Organismus. Ohne diese beiden via Muskulatur und Nervenimpulse gesteuerten Motoren würde der Organismus binnen Minuten sterben. 

Eine bewusste Steuerung dieser Organe ist somit nicht sinnvoll, was auch die steuernde Göttin namens Evolution erkannt hat – denn auch im Schlaf müssen diese Organe tätig sein. Dennoch lässt sich sowohl der Herzschlag als auch die Atemfrequenz beeinflussen. Fakire haben auf diesem Gebiet der Körperarbeit enorme Experimente durchgeführt und immense Fähigkeiten zur Körperkontrolle erreicht.

Ebenso haben viele Psychosomatiker unfreiwillig begonnen, mit diesen Zyklen der Körperwahrnehmung zu experimentieren. Die meisten erleben ihren Körper als fremd oder feindselig und steigern sich in schlechte Gedanken hinein, kreiseln in ihrem Teufelskreis von einer Panikattacke zur nächsten. Erst, wenn sie sich bewusst werden, dass sie via Gedanken Einfluss nehmen können auf ihre Atmung und den Herzschlag, können sie anfangen, diesen circulus vitiosus zu durchbrechen, bevor er in Panikattacken übergeht und von dort weiter, im Falle von dauerhafter Überanstrengung, auch zum Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems führen kann, oder im anderen Fall zu geistigen Störungen.

(Panikattacken sind für einen gesunden Menschen nicht schädlich, erklären die Schulmediziner unermüdlich ihren verängstigten Schäfchen; sind vergleichbar mit einer sportlichen Übung – ohne dass der Mensch sich dabei bewegt) 

 

Die Yogis haben derlei Körperprozesse intensiv am eigenen Leib erforscht. Auch in China hatte man hierin großes Wissen gesammelt und in dem Buch Das Geheimnis der Goldenen Blüte in teils poetischem, teils taoistisch-okkultem Vokabular zusammengefasst: Auch dort wird der Zusammenhang von Herz und Atem und Psyche erörtert.

 

Meister Lü Dsu erklärte in diesem außergewöhnlichen Text beispielsweise: Sowie das Herz sich regt, entsteht Atemkraft. Die Atemkraft ist ursprünglich verwandelte Herztätigkeit.

Womit er womöglich anspielt auf das chinesische Schriftzeichen für Atem, welches sich zusammensetzt aus dem Zeichen Dsi „von“, „selbst“ und dem Zeichen Sin, „Herz“, „Bewusstsein“. 

In den folgenden Ausführungen aber entsteht der Eindruck, dass Atem und Herz sich gegenseitig beeinflussen, aufeinander wie parallel-geschaltet wirken, sich gegenseitig antreiben oder bremsen: 

 

Wenn das Herz fein ist, so ist der Atem fein; denn jede Bewegung des Herzens wirkt Atemkraft. Wenn der Atem fein ist, so ist das Herz fein; denn jede Bewegung der Atemkraft wirkt auf das Herz. 

 

Und dann kehrt sich der Prozess sogar um: 

 

Um das Herz zu fixieren, geht man zuerst daran, die Atemkraft zu pflegen. 

 

Es schließen sich in diesem Kapitel vom Kreislauf des Lichts und der Rhythmisierung des Atems Ausführungen an über eine Atemtechnik, mit der man in meditative Zustände gelangen kann; die es möglich macht, die Herzfrequenz zu senken und auch die Atemfrequenz.  

 

Letztere Reihenfolge erschließt sich mir intuitiv leichter. Der Atem bildet demnach die psychosomatische Basis im Erleben des eigenen Körpers. Und der Atem ist es ja auch, der in den meisten Kulturen mit dem Beginn und Ende des Lebens gleich gesetzt wird: Das berühmte Wörtchen vom Hauch, Odem. Von Gott, der Adam den Lebensodem einhauchte und von den Sterbenden, die aushauchen ...  

In vielen Kulturen steht die Atembeherrschung im Zentrum der Meditationsarbeit und psychosomatischen Körpererkundung. Eine ruhige Atmung kann Angst nehmen, entspannen. Viele Hypnotiseure oder auch Psychotherapeuten arbeiten (versteckt oder offen) mit Atemtechniken. Regeln im Gespräch ihre Atemgeschwindigkeit auf die ihres Gegenübers ein und beginnen dann, die eigene und zugleich die des Patienten auf eine niedere Frequenz zu senken – durch das anfängliche Synchronisieren gelingt es leichter, den Gegenüber auf ein ruhigeres Atemlevel zu lotsen. Wodurch sie diesem Zugang zu angenehmen Gedanken, entspannenden Körpergefühlen verschaffen, so können sie eine positive Suggestion erfolgreich mit somatischen Reaktionen in die Wege leiten.

Des weiteren findet die Atemtechnik Verwendung in der Geburtsvorbereitung und schließlich bei der Geburt selbst. In letzterem Fall kann man durchaus von einer Technik sprechen, die direkt bei den Gedanken beginnt. Die Gebärende, die eine Atemtechnik befolgt, kontrolliert dabei ihre Gedanken, befolgt einfache Anweisungen und versucht damit, ihre Angst zu kontrollieren, die sie sonst verkrampfen ließe.

 

Es mag aufs erste Hören bzw. Lesen hin ungewöhnlich erscheinen, dass Gedanken einen direkten Einfluss auf die Atmung haben. Aber wenn Sie einen spannenden Krimi lesen – oder einen dramatischen Film anschauen, beginnt plötzlich das Herz zu rasen und Sie fangen an, Luft einzupressen, meistens merken Sie das nicht einmal, merken nur, dass ihr Körper völlig mitgerissen wird von der Dynamik der Geschichte, manchmal meinen Sie sogar, wie selbst beteiligt zu sein, nur durch das Zusehen. Oder denken Sie an Sportübertragungen: Während manchem dieser Krimis sind Herzinfarkte keine Seltenheit.

Ein weiteres spannendes Detail diesbezüglich wäre dieses: Dass manchmal schon genügt, wenn man einem Asthmatiker das Bild einer Katze zeigt, um bei diesem einen Asthmaanfall auszulösen: eine wissenschaftliche Untersuchung hat eben das bewiesen. 

Wie kann das funktionieren? 

Möglicherweise so: Das Gehirn reproduziert das Bild, generiert ein zerebrales Vorstellungsbild. Aus diesem Vorstellungsbild bildet es eine Vorankündigung bzw. eine Projektion: Katzen lösen bei mir in der Regel einen Anfall aus. Diese Vorankündigung/Projektion genügt, um eine veränderte Atmung zu bewirken, eine Angstatmung. Die Angstatmung wirkt auf das Herz zurück und auch auf die Körperempfindungen. Der Körper als ganzer wird nun von der zuerst nur imaginierten Angst eine echte Angst ausbilden – mit echten und wissenschaftlich messbaren somatischen Symptomen. In diesem Kreislauf der Angst kann sich schlussendlich auch ein Asthmaanfall ereignen, der so lange andauert, bis der Patient von der eigenen Angst ermüdet ist.

Im schlimmsten Falle (was auch möglich ist), erstickt er während des Anfalls an der eigenen Angst, anderenfalls erlangt er irgendwann einen Punkt der Erschöpfung, an dem seine Angst sich nicht mehr steigern kann. Er erreicht ein stabiles Angstniveau, welches ihn wieder beruhigen kann, er bemerkt, dass im Augenblick die unmittelbare Lebensbedrohung nicht gegeben zu sein scheint; oder aber er nimmt ein Medikament ein, auf dessen Wirkung er zählt und das, neben geringfügigen physischen Effekten, vor allen Dingen die schlechten Gedanken aus seinem Kopf löscht, der Angstpatient schöpft wieder Hoffnung, wenn er an das Medikament glaubt – so dass sich der Prozess allmählich wieder umkehrt, der Asthmatiker seine Atmung wieder auf einen befreiteren Atemrhythmus umstellt. Im Nachlassen dieser Beklemmung kann dann, wenn die Luft wieder ungehindert zirkulieren kann, mitunter sogar Euphorie spürbar werden.

 

Und ein weiterer Schluss wäre denkbar: Nicht nur das Bild von der Katze wäre damit in der Lage, eine psychosomatische Kettenreaktion auszulösen, sondern auch das Bild von der realen Katze.

Der Katzenhaar-Asthmatiker (vermutlich nicht jeder, aber einige von ihnen) wäre demnach nur ein bildinduzierter Psychosomatiker, der sich auf den Schlüsselreiz Katze selbst konditioniert hat. Warum auf eine Katze, mag man nun fragen. Die Tierpsychologen würden einer Katze ein dominantes Verhalten zuschreiben, insbesondere der Hauskatze. Während der Haushund sich als devotes Tier verhält, ist die Katze in den meisten Haushalten unbestritten der Chef. Asthmatiker werden von Psychologen oft als starke Willensmenschen beschrieben – eine Katze ist somit eine Herausforderung. Sie lässt sich nicht beherrschen, und dieser anarchische Charakter wirkt womöglich bedrohlich auf diesen Typ von Katzen-Asthmatiker.

 

(Kleine Fabel: Behandeln Sie ihre Hauskatze schlecht – wird sie Ihnen weglaufen. Sie sucht sich einen neuen Herrn, der sie besser behandelt. Und selbst wenn Sie sie verwöhnen, wie sie keinen Menschen verwöhnen, Sie werden sie dennoch bei den Nachbarn auf dem Terrassenstuhl sitzen sehen, als gehörte sie dorthin ... Hunde hingegen lassen sich fast alles gefallen. Ihre Treue ist sprichwörtlich und in manchen Fällen – von Tiermisshandlung etwa – auch fatal.)

 

Womit ich keinesfalls behaupten möchte, Asthma sei eine lediglich angstinduzierte Lungenverengung; es sind viele und stets individuelle Faktoren, die zu einer asthmatischen Atemnot führen.

 

Noch ein kleines Detail zu Angst und Atemnot: Achten Sie einmal darauf: Wenn ein Manager unter Stress gerät, am Telefon sitzt und sich konzentriert; wie oft wird er seine eng gebundene Krawatte lockern, den Hemdkragen öffnen? Wieso ausgerechnet in diesem Augenblick? Stress begünstigt eine Pressatmung, die wiederum schnell Beklemmung in den Bronchien erzeugt, Stress ruft viele körperliche Symptome auf einmal hervor, Schweiß auf der Stirn, in den Handinnenflächen. Es sind in solchen Fällen (Manager am Telefon) immer nur die Gedanken, die sich auf das körperliche Befinden auswirken. Anders als beim Boxkampf sind die allermeisten dieser sozialen Interaktionen absolut körperlos, es werden ausschließlich geistige Kommunikationen geführt und Vorstellungsbilder miteinander ausgetauscht – und dennoch wirken sie überdeutlich in den Körper hinein. Sie nehmen ihren Weg über die Gedanken, und über die Atmung und den damit verbundenen CO²-Pegel verändern sie über den pH-Wert des Blutes die Grundparameter der Körperempfindung.

Aus diesem Grund empfehlen viele Psychotherapeuten ihren Patienten Atemübungen: so kann man lernen, diese Vorgänge einmal bewusst zu erleben. Auch die taoistische Schule der Goldenen Blüte hat sich der Atemschule gewidmet: Ihre Meister empfehlen zu den Meditationen die lautlose Atmung. Leise sollen die Atemzüge ein- und ausgehen – so leise, dass man sie selbst nicht mehr hören kann. Wenn dies gelingt, wird auch in die Gedanken eine neue Klarheit kommen. Diese Ruheatmung ist bequem als der Antagonist zu der Stressatmung zu definieren. (man beachte hierzu auch die ruhige Atmung im Schlaf)

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der nervöse Typ des Stressrauchers. Raucher betonen immer wieder, dass die Zigarette sie sowohl stimulieren kann (wenn sie stimuliert werden wollen) als auch beruhigen (wenn sie beruhigt werden wollen). Sie eignet sich sowohl zum Essen, weil sie angeblich das Geschmacksempfinden oder den Essengenuss noch verstärkt, aber eignet sich genausogut in anderen Situationen als Essensersatz (Raucher, die aufhören, behaupten, sie würden fresssüchtig; dank des Rauchens sei es ihnen möglich, abzunehmen). Es wäre wahrlich ein Wunder, wenn ein- und dieselbe Substanz so gegensätzliche Wirkungen hervorrufen könnte. Selbst als Placebo wäre derlei kaum denkbar, denn so einfältig könnten so große Bevölkerungsgruppen nicht sein, einer solchen Illusion würde ein Kollektiv nicht anheimfallen. Etwas anderes steckt dahinter, und es ist weder ein Placebo noch das Nikotin. Es ist die mit dem Rauchen verbundene Atemtechnik.

Ich habe selbst einige Jahre lang geraucht. Wenn ich heute als Nichtraucher sehr nervös bin, dann stecke ich mir im Geiste eine Zigarette an und rauche sie imaginär. Ich atme, wie ich als Raucher geatmet habe. Und was passiert? Nach vier, fünf Atemzügen spüre ich schon ein angenehmes Gefühl in mir aufkommen. Wie ich befreit werde, wie ich wieder viel besser und freier Atem schöpfen kann. Der Raucher atmet in einer ruhigeren Atemfrequenz. Atmet bewusst, aber meist auch mit gewisser Vorsicht ein (weil er weiß, dass er Gift in die Lungen einsaugt), und atmet dann langsam und gründlich (viel gründlicher als sonst) die Luft wieder ab. Eine Atemmethode, die erfrischt und beruhigt. Die dem ganzen Körper guttut, weshalb der Raucher auch glaubt, dass er in jeder Situation des Rauchens eine Verbesserung seines Befindens erreicht: Zum Großteil fühlt er sich besser, weil er zweckvoll-gesund atmet.

 

Auch härtere Drogen sind auf veränderte Atemfrequenzen nach der Einnahme untersucht worden. Der Tscheche Stanislav Grof begründete in den 60er Jahren die LSD-Psychotherapie. Bei seinen Experimenten stellte er fest, dass viele seiner Testpersonen unter LSD-Einfluss in der Anfangsphase der Drogenwirkung sehr heftig atmeten oder sogar hyperventilierten; jene Phase offenbar, von der der Erfinder der Substanz, Albert Hofmann, bei seinem ersten Selbstversuch 1943 wie folgt berichtete (etwa drei Stunden nach der Einnahme): 

 

Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. Alles im Raum drehte sich, und die vertrauten Gegenstände und Möbelstücke nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau ... erkannte ich kaum mehr. Das war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze. Schlimmer als die Verwandlungen der Außenwelt ins Groteske waren die Veränderungen, die ich in mir selbst, an meinem innersten Wesen, verspürte. Alle Anstrengungen meines Willens, den Zerfall der äußeren Welt und die Auflösung meines Ichs aufzuhalten, schienen vergeblich. Ein Dämon war in mich eingedrungen und hatte von meinem Körper, von meinen Sinnen und von meiner Seele Besitz ergriffen. Eine furchtbare Angst, wahnsinnig geworden zu sein, packte mich. Ich war in eine andere Welt geraten, in andere Räume, in eine andere Zeit.

 

Wieder wird der Zusammenhang deutlich: Angst verändert die Atmung, und die veränderte Atmung wirkt zurück auf die Bewusstseinsinhalte und die Gedanken. Wenn Hofmann durch die veränderten Wahrnehmungen Angst bekam, wird auch er - neben der Wirkung von LSD (die dieses unbestritten hat) – zudem in den Teufelskreis der Psychosomatik gelangt sein.  

Hat gekämpft und gerungen, wie auf verwandte Weise Asthmatiker manche Nacht lang kämpfen und ringen – bis sich bei ihm eine allmähliche Besserung einstellte, die am Schluss sogar katharsische Qualität hatte, um die man ihn beneiden möchte: 

 

Erschöpft schlief ich dann ein und erwachte am nächsten Morgen erfrischt mit klarem Kopf, wenn auch körperlich noch etwas müde. Ein Gefühl von Wohlbehagen und neuem Leben durchströmte mich. ... Als ich später in den Garten hinaustrat, in dem nach einem Frühlingsregen nun die Sonne schien, glitzerte und glänzte alles in einem frischen Licht. Die Welt war wie neu erschaffen. Alle meine Sinne schwangen in einem Zustand höchster Empfindlichkeit, der noch den ganzen Tag anhielt. ...  

 

Es darf vermutet werden, dass in dieser Phase seine Atmung sehr ruhig und sanft war, vergleichbar mit der, die ein Mönch unter Berücksichtigung der dafür geeigneten Technik auch ohne vorangehende Todesangst praktizieren kann. 

Stanislav Grof wendete sich im Laufe der Zeit von der LSD-Psychotherapie ab – wobei offenbar auch rechtliche Gründe eine Rolle spielten. Er entwickelte nun die Methodik des holotropen Atems, eine spezielle Form der psychotherapeutischen Hyperventilation, während der die Probanden von  Erlebnissen berichteten, die große Ähnlichkeit mit LSD-Erlebnissen aufwiesen.

 

(Woraus sich ad hoc folgende Hypothese ableiten ließe: Dass LSD auf die Gedankenbildung des Berauschten einwirkt und dort oft eine Art Gedankenschock bewirkt, der angstauslösend wirkt, so dass auch eine deutliche Atemveränderung unvermeidbar wird; im Fall von negativen Gefühlen mag es sich dann um eine Art Atembeklemmung handeln; LSD löste demnach in vielen Fällen in der anfänglichen Wirkphase eine Hyperventilation aus und erzeugte die für Hyperventilation typischen negativen Gedankenkreisel bzw. mental-somatischen Hyperzyklen, die Autofeedbackschleifen der Angst.)

 

Kurzum: LSD-Rausch oder Hyperventilation können Erschöpfungskämpfe sein, die schlussendlich eine große Erleichterung freisetzen können, die dem Proband wie eine Belohnung erscheint, manchmal sogar wie ein Paradies an Frieden und Glück (aber realiter eher eine Erlösung darstellen, eine Rückkehr in den Anfangszustand nach der Kapitulation).

 

 

Die direkte Einwirkung auf die Atmung mittels spezieller Atemtechniken oder Atemgasmischungen könnte ein neues Genre von Drogenexperimenten ermöglichen, einen neuen Trend im 21. Jahrhundert auslösen: einen, der als chemische Substanzen mit dem üblichen Atemgasen auskommt, keine Zellgifte benötigt, die eventuell das Gehirn oder den Körper schädigen und noch Jahre später unverhofft Flashbacks hervorrufen können.

Wobei eines mitbedacht werden sollte: die Technik der Hyperventilation oder die im Rebirthing verwendete Formen des zirkulären Atmens streben, wie in der gegenwärtig favorisierten Praxis der Sexualität auch, eher einer großen Erschöpfung inklusive Kapitulation zu. Bei diesen Techniken ist Kampf und Krampf vordergründig, die Belohnung erfolgt überwiegend in der Lösung des in Angst oder großer Erwartung herbeigeführten Krampfes – etwa in Form des Orgasmus oder des Erlebnisses vom Rebirthing, in dem nach der Reise durch den Geburtskanal am Ende die Befreiung des Neugeborenen stehen kann. Das Erlebnis der Ekstase wird vorher erarbeitet bzw. erkauft durch eine große Anstrengung, einen Erschöpfungskampf; weshalb sowohl Orgasmus als auch das Rebirthing-Erlebnis als eine Art kleiner Tod empfunden werden kann.

 

Bei einigen Therapeuten, die Atemseminare, Atemschulen oder Atemfeste anbieten, finden Methoden Verwendung, die ihrem Charakter und Zeremoniell nach dem Exorzismus ähneln: Nur dass man im 21. Jahrhundert nicht mehr die negativen Energien als böse Geister begreift, die sich der armen kranken Seele bemächtigt haben, sondern sie als Geister der Vergangenheit deutet, als falsches Denkmuster, als Trauma oder gar Urtrauma aus dem Unterbewussten. Aber auch mit diesen inneren Geistern ringt man, bis man sie glaubt besiegt zu haben (oder der Proband vom vielen Hyperventilieren einfach nur erschöpft ist und aufgibt), und plötzlich Freiheit erhält und Frieden. 

Eine solche – manchmal auch in Großgruppen ausgetragene – Seance hat einen Vorteil: Sie hat den attraktiven Charakter des Spektakels und wird sehr oft zudem mit pseudowissenschaftlicher Ernsthaftigkeit betrieben. Von Okkultismus ist keine Spur mehr, das Okkulte liegt nunmehr allein in der Seele oder dem Unterbewusstsein des zu läuternden Probanden, weshalb auch eine Vielzahl von Akademikern an diesen Experimenten teilnehmen. Der Kitzel eines solchen Spektakels ist größer als eine gemütlich-kontemplative Meditationsübung etwa im Rahmen von Zen-Meditation oder anderen traditionellen Formen der künstlich-kunstvollen Selbstversenkung. 

Die Heiler erhoffen hierbei eine Art Katharsis für ihre Probanden. Sie preisen beispielsweise das Rebirthing als eine der wirkungsvollsten und fundiertesten Therapieformen der heutigen Zeit für viele verschiedene Störungen und Krankheiten: Z. B. Depressionen, Panikattacken, Traumatisierungen durch sexuelle Gewalt, Selbstmordgefährdung, Herzprobleme, Asthma, Epilepsie oder Krebs. Letztendlich allerdings imitieren sie nur die frühchristliche Tradition der Teufelsaustreibung. Woran nichts Schlechtes zu finden ist; wer hilft oder heilt, hat Recht. Allzu aufgeklärt-intellektuellen Gemütern mag derlei allerdings suspekt erscheinen.

 

Die alternativen Methoden hingegen könnte man auch zärtliche Techniken nennen, weil sie ganz ohne Kampf und somit auch ohne Exorzismus auskommen: da wären beispielsweise tantrisch inspirierte Berühr- oder Sexualtechniken, Zen-Meditationen, Breathe-to-Breathe-Techniken zwischen Liebenden (Rahims/Elohims Kuss) ... oder aber, ganz profan und doch besonders wirkungsvoll die Methode des Erfahrbaren Atems nach Ilse Middendorf: Eine anerkannte Heilmethode, die die Aufmerksamkeit auf den Atem und die Empfindungen des Körpers lenkt, die Atmung aber nicht willentlich verändert. Ebenfalls etabliert ist die Atem-, Sprech- und Stimmtherapie nach Schlaffhorst-Andersen. Sie verbindet bewusste Atmung mit Bewegungen und Tönen. Ziel ist die Stärkung des natürlichen Atemrhythmus.

 

Eines ist unbestritten: Die Atmung rückt Anfang des 21. Jahrhunderts weiter in das Zentrum des spirituellen Interesses, und auch die wissenschaftliche Seite hat diesen Klassiker wiederentdeckt und unternimmt immer neuere Forschungsexperimente.

 

Welche Methode ist nun sinnvoller? Die des Kampfes oder die der Sanftheit? Eines ist sicher: Die sich auf Kampf und Erschöpfung konzentrierenden Erkundungsformen dienen ebenfalls der Erforschung des Atmungsvorgangs; exemplifizieren ein eher lautes Abenteuer, während die zärtlichen Techniken den Schwerpunkt auf Sinnlichkeit und auch auf die Selbstbeobachtung setzen. Eine Bewertung in Hinsicht auf ein Was ist ratsamer? wäre von meiner Seite subjektiv. Der Kämpfer wird kämpfen wollen und der Streichler streicheln. Der neugierige und vielseitig interessierte Proband hingegen wird beide Wege gehen, um die eigene Präferenz herauszufinden; wird in den verschiedenen Phasen seines Lebens einmal zur einen, ein andermal zur anderen Seite tendieren.

 

 

Ich vergleiche die Atmung gerne mit dem Laufen. So, wie man beim Spazierengehen regelmäßig Fuß vor Fuß setzt, so schöpft man auch kontinierlich Luft und gibt sie wieder frei. Wenn man jedoch in zu schnelles Atmen verfällt (was oft unbewusst passiert oder durch angstvolle Gedanken/Vorstellungen), kann man während dieses ungewollten Atemjoggings außer Puste geraten (Hyperventilation), ins Keuchen verfallen. Hektisch Luft einpressen, dann den Atem wieder zu beruhigen versuchen.

Die Crux an diesem Um-Luft-Ringen ist häufig, dass man beim Atmen glaubt, dass schnelle und tiefstmögliche Atemzüge einen Vorteil bringen, dass man dann mehr Sauerstoff bekommt und somit auch ein besseres Körpergefühl empfinden müsste, leistungsfähiger werden müsste – doch in diesen Momenten hat man partout nicht das Gefühl von neuer Kraft oder Sättigung, man meint vielmehr, noch weniger Luft zu bekommen, mit jedem Atemzug wird die Beklemmung größer, manchmal spürt man Schwindel und auch eine Brustenge – die immer deutlicher wird, je intensiver man nun frische Luft einpresst. 

 

Mit anderen Worten: Es ist, als habe man sich gerade den Magen mit riesigen Mengen Essen vollgeschlagen und fühlt sich doch nur immer hungriger! Und dieses vermeintlich Unlogische treibt den autokatalytischen Prozess mitunter auf die Spitze. Wiewohl ein einfaches Gedankenbild diesem  Paradox – zumindest intellektuell – beikommen könnte: Denn die Brustenge und Beklemmung ist als Reaktion eigentlich sehr trefflich vergleichbar mit der Sattheit nach dem Essen, ihre Funktion ist auf folgende simple Formel zu bringen: Sie soll abschrecken, dem Körper noch mehr von dem Stoff zuzuführen.

Kurzum: Bei gefühlter Atemnot, die auf Überatmung zurückzuführen ist – sollte man ruhiger und gelassener atmen. 

 

Wenngleich dies keinesfalls als Patentrezept verstanden werden darf; in Fällen von rein körperlichen Atemstörungen (die nur ein Arzt diagnostizieren kann) hilft diese Technik des ruhigen Atmens lediglich, die ohnehin vorhandenen Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. 

 

Das Vertrackte, Gemeine an diesem Teufelskreis ist der unmerkliche Beginn einer Überatmung und die in diesem Moment fehlende Selbstwahrnehmung der eigenen Atemfrequenz. Doch je nach Situation, Stresslevel und Nervosität verändert sich die Frequenz und die Tiefe der Atmung, ja genau genommen verändert sich der Atem mit jedem Atemzug, keiner gleicht dem vorangegangenen an Tiefe und Länge – was wieder zurückwirkt aufs körperliche Befinden.

Nur selten wird man sich seines Atems bewusst. Es können ganze Tage vergehen, an denen man keinen einzigen bewussten Atemzug tut! Während man mit seinem Atem gewissermaßen mal spazieren geht, mal joggt, mal davonrennt, merkt man bewusst wenig von diesen verschiedenen Geschwindigkeiten.

Menschen, die zu Hyperventilationen neigen, sind in vielen Fällen auch nervöse Charaktere. Nervosität geht oft mit Hyperventilation einher; weshalb auch das Lampenfieber vor einem Auftritt, die Unsicherheit vor einem Bewerbungsgespräch oder einem Date nicht nur der somatischen Symptomatik bei der Hyperventilation entsprechen, sondern psychosomatisch sind wie selbige: in den Projektionen einer konfliktreichen Zukunft sitzt die Angst und entfaltet körperliche Symptome.

Weshalb psychische Störungen wie etwa eine generalisierte Angststörungen sehr oft mit einer versteckten Hyperventilation parallel verlaufen bzw. aufeinander wechselwirken: Die Überatmung bewirkt eine erhöhte Angstbereitschaft, die Angstgefühle lassen den Betroffenen weiterhin panisch atmen. 

 

 

Was genau geschieht im Körper bei einer Hyperventilation? Die physiologischen Prozesse sind bis heute nicht en detail erforscht – die wissenschaftlichen Erklärungsmodelle differieren erheblich, es gibt gegensätzlichste Positionen. Was eine sinnvolle Zusammenfassung erschwert. Ich will dennoch eine kleine Deutung als Quintessenz meiner bescheidenen Beschäftigung mit selbigen widersprüchlichen Ausdeutungen wagen:

Man geht in der Regel davon aus, dass die erhöhte Durchlüftung der Lunge zu einer vermehrten Abatmung des im Körper entstehenden Kohlendioxids führt. Daraus folgte dann eine Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Kohlensäure (der gelösten Form von Kohlendioxid) und dem Calcium im Blut. Der so entstehende relative Calcium-Mangel wird dafür verantwortlich gemacht, dass das Kribbeln insbesondere in der Mundgegend spürbar wird, sowie die Krämpfe z. B. in den Händen (Hasenpfote). 

Zudem tendiert der Säure-Basen-Haushalt im Körper des Betroffenen ins Basische, der pH-Wert des Blutes steigt. Von einer deutlichen Mehraufnahme von Sauerstoff im Körper geht man hingegen nicht aus, da die Aufnahmefähigkeit des Blutes für Sauerstoff schon bei normaler Atmung meist voll gedeckt wird. 

 

Eine bis heute sehr beliebte Methode, um Hyperventilierenden während eines Anfalls zu helfen, ist die sogenannte Tütenatmung. Der Patient atmet in eine Plastiktüte, in welcher sich mit der Zeit der Anteil von CO² (Atemabgas) deutlich erhöht, weil der Patient nun die eigene verbrauchte Luft erneut zurückatmet, in der sich nun immer höhere Konzentrationen von CO² befindet. Auf diese Weise wird das CO²-Defizit (respiratorische Alkalose) in den Lungen ausgeglichen, was auch den ph-Wert des Bluts reguliert. Schnell merkt der Tütenatmer, dass die Panik und Erstickungsangst zurückgeht und dass eine Beruhigung der Atemmuskulatur eintritt.

Hierbei ist es nicht problematisch, falls der Sauerstoffgehalt in der Tüte unter die Norm sinkt, diese geringere Sauerstoffmenge macht sich nicht als Problem bemerkbar, weil der Hyperventilierende in der Regel viel größere Atemmengen aufnimmt als ein normal Atmender und somit weiterhin ausreichend Sauerstoff bezieht.  

 

 

 

Ich wage eine Interpretation: 

Wenn man Asthmatiker näher betrachtet, stellt man fest, dass diejenigen mit leichteren Störungen und Beeinträchtigungen während ihres Anfalls oft das Gefühl haben, zu wenig Luft zu bekommen. Wenn sie dann mit der Pressatmung beginnen („um Atem ringen“), ist z. B. Schwindel oder ein Ohnmachtsgefühl eine mögliche Folge. Abhilfe kann in diesem Moment die Meditationsatmung (z. B. Raucheratmung, Zwerchfellatmung) und Beruhigung oder aber durch die Einnahme von Cortison kann die Luftnot wieder zum verschwinden gebracht werden. 

Viele der leichten Asthmatiker atmen anders als Nichtasthmatiker, und oft wird diese andere Atmung ausgelöst durch negative Gedanken oder Stress im Lebensumfeld, der nicht bewältigt werden kann. Die Patienten meinen, keine Luft zu bekommen und beginnen zu hyperventilieren, mit der Folge, dass sie nun in den Angstkreislauf geraten. Viele geben zu, dass ihre Asthmaanfälle zu Zeiten passieren, in denen sie besonderem Stress ausgesetzt sind. 

Die stärkere Form des Asthmas (und damit die, die von den Ärzten in den letzten Jahren eigentlich erst als echtes Asthma anerkannt wird) macht hingegen Beschwerden bei der Abatmung der Atemluft. Bei einem solchen Asthmaanfall kommt es dann zu akut auftretender Luftnot (Dyspnoe) bei erschwerter Ausatmung mit pfeifenden Atemgeräuschen (expiratorischer Stridor), teilweise tritt Husten auf, auch in Form von Hustenanfällen. 

Aber warum haben starke Asthmatiker Probleme beim Ausatmen? Ich wage jenen Deutungsversuch: Man könnte es verstehen als Versuch des Körpers, damit zu verhindern, dass der CO²-Wert weiter unter seinem Schwellenwert sinkt und eine echte Lebensbedrohung eintritt: Der Körper blockiert bzw. lähmt folglich die Atmung, damit nicht noch mehr CO² verloren gehen kann und der ph-Wert nicht noch basischer wird.  

 

Der Hysteriker aber, der in seinem Körper einen Feind erkennt (der ihn letztendlich töten wird), dechiffriert diesen Notbehelf des Körpers als neuerliche Eskalationsstufe. Vergleichbar wäre dies mit einer Wunde, die ein schwarzes Grind bildet – ein Hysteriker würde dieses Grind als Todeszeichen interpretieren und nicht als Methode der Heilung erkennen. Wird immer wieder dieses Grind abkratzen, bis er eine schwärende Wunde erzielt hat: womit er seine Angst schlussendlich realisiert hat.

Weshalb mit psychischen Techniken hier auch pseudoasthmatische Leiden gelindert oder gar geheilt werden können. 

Eine grundsätzliche Methode könnte diese sein: Die übermäßige Anspannung zu lösen – die immer auch eine Lebensanspannung ist, der Asthmatiker lebt in Spannung. Während des Anfalls erlebt er Todesangst, sein Körper wird überspannt, und dadurch auch alle Muskeln, was schlussendlich auch die Atemmuskulatur einbeziehen kann. In dieser krampfhaften Anspannung ist das Atemschöpfen nur noch unter Anstrengung möglich; noch schwerer fällt das Loslassen. Gewissermaßen simuliert er den Tod oder das Sterben ... 

 

Wie kann man den Charakter von atemgestörten Menschen beschreiben? Rafa hat dies auf ihrer Webseite www.rafa.at auf brillante wie zugleich sarkastische Weise analysiert, schonungslos-makaber den psychischen Background aufgezeigt. Ich möchte ihre Erkenntnisse zitieren:

 

 

 

Hyperventilationssyndrom

 

Der Patient atmet mehr, als er jetzt für die Situation brauchen würde. Eine Hyperventilation ist eine Kommunikation, hat Ausdruckscharakter. Wer schnell atmet ist nervös. Wer ruhig atmet ist ein ruhiger Typ. Die entsprechenden Intuitionen und Gefühle hat man von diesen Leuten. Schnelle Atmung, Nervosität bedeutet Angst und das steckt an.

Ein akuter Anfall von Hyperventilation: Der Patient hat das Gefühl, er kriegt keine Luft - Dyspnoe - es ist das subjektive Gefühl, keine Luft zu kriegen. Der Patient ist sehr ängstlich, er steigert sich rein wegen Atemnot und meint, er fällt gleich um - meistens tut er das aber nicht.

Es sind immer solche Situationen, in denen er sich die Angst nicht eingesteht.  

Wenn man zu viel atmet, wird das Nervengewebe übererregbar. Es kommt zur Verschiebung der Elektrolyte. Die Finger fühlen sich bald taub an und die Taubheit breitet sich aus = Parästhesien.

Es kommt zur Pfötchenstellung: Die Finger zieht es aufgrund der Nervenübererregbarkeit nach innen. Das schaut ziemlich blöd aus, tut aber zuerst nicht weh. Der Patient drückt aber jetzt dagegen und dann tut es sehr weh.

Es kommt auch zum Fischmaul: Der Mund wird taub, die Muskeln blähen sich auf, die Zunge wird taub.

Wenn es sehr extrem wird, sieht es aus wie ein epileptischer Anfall.

Es sind Patienten mit Angstneurosen. Sie kommen nie allein in die Praxis, sondern haben mindestens 2 Leute dabei, die mindestens genauso viel Angst haben wie der Patient. Die ansteckende Angst, dass der Patient keine Luft mehr kriegt, ist sehr dramatisch. Der Therapeut fragt: "Was hat er denn für Beschwerden?"  

Der Patient hat das Gefühl, dass sich der ganze Thorax zusammenkrampft, das Zwerchfell geht nicht richtig runter, er kann nicht unter den Solar Plexus atmen. Der Patient hat einen Punkt, wohin er atmet möchte, und das schafft er nicht und dort kommt er nicht hin - Angstneurose. Er hat vor irgendwas Angst und wovor, das gilt es raus zu kriegen.

(...) 

Wenn man ihn zum Lungenarzt bringt, stellt dieser nur fest, dass die Funktion der Lunge nicht gestört ist und völlig intakt ist. Es ist also rein ein Ausdruck auf körperlicher Ebene.

 

Hyperventilation, Symptome: Es wird einem schwindlig, leichte Gleichgewichtsstörungen, Schwindel und Zittern - je mehr der Patient drüber redet, desto mehr zittert er.

Es können sich dabei alle Muskeln verkrampfen, auch einseitig: links, der linke Arm, es zieht sich runter - das sind die Symptome eines Herzinfarkts! Der Herzinfarkt-Patient wird still, aber unser Patient wird dann laut.

Er hat kalte Hände und kalte Füße: ein paar Symptome, die er absolut überbewertet. Wärmt man die Füße am Ofen und sind sie wieder warm, ist alles wieder ok. Nach dem Anfall: Er geht aufs Klo, stellt fest, dass sein Urin ein wenig heller ist als sonst und kriegt gleich wieder einen Anfall, weil er meint, er ist vergiftet. Er hat alle Wischiwaschi-Symptome wie Wetterfühligkeit, Schwindel, er führt darüber auch Listen. Häufig hat der Patient auch Phobien.  

 

Bis hier her war es nur die akute Form, die ist nicht schlimm - aber jetzt kommt es zum  

 

 

 

Chronisches Hyperventilation-Syndrom

 

Es sind ältere Patienten, so um die 60. Sie sind etwas gesetzter. Der Elektrolythaushalt ist nur leicht, aber dafür ständig gestört. Sie haben immer Schwindel, immer leichte Muskelschmerzen und Krämpfe, wechselnde Muskelschmerzen, Fibromyalgie, mal im Thorax, mal in den Fingern - wechselnd. Das sind alles so Befindlichkeitsstörungen. Es passt ihm was nicht, aber er will es halt nicht sehen. Solche Patienten kommen auch gern zu zweit in die Praxis. Es sind hauptsächlich Frauen. So lang der Patient sein Hyperventilations-Syndrom hat, braucht er die Angst nicht empfinden, die dahinter steckt. Er meint, er fühlt sich wohl. Er merkt es nicht, was los ist. Es ist eine Flucht vor der Realität.

Es sind unbewusste Ambivalenzen. Es wird auch gern als Strafe für irgendwas gesehen, was man gar nicht denken darf. Es treten ja auch Schmerzen auf - das ist Selbstbestrafung. Wenn die Frau ihr Hyperventilations-Syndrom hat und der Mann sie daraufhin pflegt, dann kann sie sich ja nicht - wie sie eigentlich wollte - denken: "Der Arsch geht mir seit 20 Jahren auf den Sack! Oh wie gern hätt ich ihn los!" Den Gedanken verschluckt sie und es kommt stattdessen zum Hyperventilations-Syndrom.

Mit Zwerchfellatmung geht das Hyperventilations-Syndrom definitiv nicht. Die Patienten machen nur Brustatmung, atmen nur im Thoraxbereich. Atemtherapie ist daher ideal, man bringt ihnen Zwerchfellatmung bei.

Einen Anfall könnte man mit Zwerchfellatmung sofort abstellen, das geht aber nicht, weil der aufgeregte Patient vor lauter Panik nicht mitmacht, daher: Er soll in eine Tüte atmen! Er atmet das CO2, was zu viel raus geht, wieder ein und Elektrolyte pendeln sich wieder ein (4-5 Atemzüge reichen).

Die Heilpraktiker können dem Patienten auch eine Calciumspritze verpassen, eine schöne, lange - das bewirkt eine Wunderheilung! Bei akutem und auch bei chronischem Hyperventilations-Syndrom: der Patient ist sofort davon befreit! ABER: die Angstneurose ist natürlich noch da. Auch mit einer Calciumspritze soll der Patient Zwerchfellatmung machen.

Was machen wir mit den Älteren? Wenn die schon als Paar kommen, muss man das Problem auch als Paar lösen: Atemgymnastik. Der Partner soll dafür sorgen, dass der Patient Zwerchfellatmung betreibt. Wenn dann einer mal 10 Minuten aufpasst wie der andere atmet, ist das enorm viel Zuwendung! Dabei findet der Patient meist Gelegenheit zu sagen, was ihm eigentlich nicht passt.  

 

 

 

Asthma bronchiale

 

Man entwickelt es schon als Kind, mit 8, 9 oder 10 sogar schon mit 4. Je später es erstmals auftritt, desto besser ist die Prognose. Es nimmt sehr zu und gilt als Zivilisationskrankheit.  

Der Patient hat nicht nur subjektiv das Gefühl keine Luft zu kriegen - er kriegt wirklich keine Luft mehr. Das ist das Leitsymptom: lebensbedrohliche Atemnot.

Dahinter steckt eine tiefere, gesteigerte Angst, wesentlich mehr und gefährlicher, wesentlich ernster. Daran kann man sterben. Beim Asthmaanfall ist der ganze Patient total verspannt. Er bringt seine ganze, psychische Kraft in seinen Körper. Zwerchfellatmung kann man vergessen. Der Patient ist kein cooler Typ, er ist total verspannt.  

Der Patient quietscht beim Ausatmen. Das hört man auch ohne Stethoskop. Bei Röntgenaufnahme sieht man: Zwerchfell und Thorax sind in Einatmungsstellung, die ganze Lunge ist total überbläht.

Dekker und Grön haben um 1900 festgestellt: einen Asthmaanfall kann man üben! Die Muskeln im Thorax müssen extrem angespannt sein, es knatscht die Trachaea zusammen. Deswegen kommt es zu dem Quietschgeräusch, weil die Trachaea locker wird. Es kommt also von außen: die Muskulatur! diese ist ich-nah, also kommt es vom Kopf her. Beim Asthmaanfall ist der Druck auch in der Speiseröhre sehr hoch.

Der Asthma-Patient hat tierisch viel Energie und bringt das in seinen ganzen Rippenmuskulatur. Der Patient empfindet auch, dass er einen Druck im Thorax hat. Mit Entspannungsübungen kriegt man den Anfall wirklich weg.

Unterm Strich ist Asthma ein Spiel, aber mit einem extrem hohen Einsatz.

Der Patient hat echt das Gefühl, der Lufthahn ist abgedreht. Klar hat er Angst vor dem nächsten Anfall. Es kommt zu Erstickungsängsten bei jedem Anfall.  

Da die Patienten uncool sind, ärgern sie sich. Ein Asthma-Anfall ist für sie eine Form von Schwäche. Der Patient ärgert sich darüber und verspannt sich noch mehr. Es ist viel Selbsthass vorhanden. Er ist gereizt. Er hasst seine eigenen Schwäche, sich selbst und natürlich auch die anderen. Was schmerzhaft ist, ist der Ärger, der Hass und die Wut außenrum - die emotionalen Begleitumstände.

 

Weitere Symptome von Asthma:  

Diese 5 Punkte sind bei jedem Patienten anders verteilt. Die Wertigkeit schwankt. Der Patient ist sehr korrekt und unflexibel.  

 

 

 

 

Psychosoziales 

Einen Asthmatiker erkennt man sehr leicht. Er ist furchtbar unzufrieden und hat immer was zu meckern. Er ist richtig bösartig. Er fragt ständig: "Was machen Sie denn da? Warum machen Sie das? Ich hab gelesen, dass das falsch ist ..." Er hat einen riesigen Widerstand.  

Kinder: Sie machen gründlich ihre Hausaufgaben und halten sich streng an die Regeln.  

Bei der Asthmabehandlung ist der Patient das Problem. Er macht nicht mit. Wenn er merkt, dass Besserung da ist, wird er alles tun, dass er wieder einen Anfall kriegt. Der Patient hat als Krankheitsgewinn: "An mir beißen sich alle Therapeuten die Zähne aus, ich bin stärker." Eine Chance dagegen: Mehrere Therapien wechselnd anwenden, so dass er sich nicht vorbereiten kann um es zu boykottieren.

Asthma ist die Unzufriedenheit mit sich selbst und der Protest dagegen. Der Patient wäre halt gern perfekt. Er bricht dann die Therapie ab, wenn er das Gefühl hat, er hat gegen den Therapeuten gewonnen.

Die Ursache ist Angst. 2 Möglichkeiten gibt es, mit Angst umzugehen:

1. um Hilfe ansuchen. Aber da müsste man Vertrauen haben und das hat er zu niemanden. Das ist die asthmatische Geisteshaltung. Er sucht schon Hilfe, aber er nimmt sie nicht an.  

2. Die 2. Methode mit Angst umzugehen ist, sie zu verdrängen.  

Grundlage: Mutter ist das Wichtigste. Die Mutterbeziehung ist extrem konflikthaft. Sie besteht in einer Anklammerungstendenz + Ablehnung. Es ist der Schrei des Babys nach der Mutter und der Versuch, sich just dagegen zu wehren. In der späten oralen Phase (8., 9. Monat) geschieht ein Bindungsverlust:

Es sind orale, triebhafte Impulse:
"Ich will was!" "Ja, was denn?" "Frag doch nicht so blöd!"
"Wenn es nicht sofort da ist, dann mach ich es kaputt!" Wenn ich es nicht haben kann, dann mach ich es kaputt, dann kann es keiner mehr haben! Ha! Die Zerstörungswut ist ein Schaden an sich selbst: Ich kann es nicht leiden, ich mach es kaputt.

Psychosexuelle Entwicklung: Die orale Phase ist wirklich nicht abgeschlossen. Es ist eine Fixierung in der oralen Phase. Bisher war es nur immer eine Regression: Nur unter Stress oder Belastungssituationen reagierte der Patient wie ein Kind. Aber der Asthmatiker ist immer so, er ist beleidigt und macht alles kaputt.

Er möchte irgendwas (was das ist, weiß er aber selber nicht), aber das kriegt er ja sowieso nicht, also macht er alles kaputt. Das Es ist sau-stark, er ist sehr triebstark, hat extrem viel Hass gegen alles, auch gegen Dinge. Er ist stinksauer, verzweifelt und gleichzeitig abwehrend. Er läuft rum mit einem großen Schild: NEIN!  

In der analen Phase lernt man den Umgang mit den sadistischen Impulsen, mit Machtimpulsen. Der Asthmatiker hatte keine anale Phase - er steckt ja noch in der oralen. Die anderen Themen sind zwar da, aber er kann sie nicht verarbeiten. Vor den analen Machtsachen hat er Angst! Er baut Schutzwälle auf. "Was kann ich ändern, was darf ich ändern?" Damit konnte er sich nie auseinander setzen, das sperrt er weg, verdrängt es. Weil das soziale Sachen sind, hat er einen Hass gegen Menschen. Er ist allergisch gegen menschliche Kontakte. Menschen sind dreckig, unperfekt, nicht korrekt ... aber er möchte schon ihre Nähe. Der Übergang zwischen der oralen und der analen Phase ist extrem gestört.

In der analen Phase fängt auch das Über-Ich an. Normal wird das nie so extrem, aber beim Asthmatiker ist das alles unendlich. Er hat ein ganz extremes Über-Ich. "Ich muss alles tun, was die Eltern sagen". Überzogene Reinlichkeitsvorstellungen der Eltern werden verinnerlicht.

"Die Eltern (und die Personen, die sie später mal repräsentieren) sind ja doch nicht für mich da, daher sind sie abzulehnen und deswegen bin ich grätzig. Die erwarten ja so viel, das kann ich eh nicht bringen. Die sind alle übermächtig, alle wollen immer was von mir, drum bin ich stinksauer. "  

Der Patient hat auch das Gefühl, die Eltern sind Götter und mit denen kann er sich noch identifizieren (Identifikation mit der Mutter in den ersten 6 Monaten), also "bin ich auch so toll. Ich bin sowieso besser als andere". Das ist noch der orale Allmachtswahn.

 

 

 

Die Rolle des Asthma-Sprays

 

Der Medikamentenverbrauch ist ein Maß für die subjektive Angst. Wenn man das inhaliert, tut sich beim Gesunden gar nix. Das Asthma-Spray braucht der Patient nur zum dran-festhalten. Wer viel Ängste hat, hat auch viel Spray. Nur dem Patient das Spray nicht wegnehmen! Drum, sind die Sprays sauwichtig. Es ist sein Schnuller, sein Mutterersatz. Daher auch nie über das Asthma-Spray diskutieren.  

Dekker und Grön haben mit Hypnose gearbeitet. Die Psyche braucht das Gefühl: ich bin nicht alleine.  

 

 

Therapie

 

Der Patient entdeckt im Therapeuten Anteile des Über-Ichs, d.h. der Therapeut hat eine Elternrolle und damit muss sich der Patient wehren. Aber nicht aggressiv und offen, nur unterschwellig. In Gegenwart eines Fremden kann sich der Patient auch nicht entspannen. Der Asthmatiker provoziert den Therapeuten so derart, bis er rausfliegt. Dann muss der Patient nicht sagen: "Ich bin schuld.", sondern der böse Therapeut hat ihn rausgeschmissen. Er bräuchte eine Art von Hilfe, die entgegengesetzt ist, eine Art Rogers, aber die kann er nicht annehmen. Die brauchen jemanden, der nett ist, aber sehr bestimmt.

Nicht zu direkt an den Patienten entgegen treten. Er soll frei assoziieren. Er soll seine Therapie selbst gestalten.  

Therapeut: "Wollen wir xyz als Therapie machen?"  

Patient: "Nein!"  

Therapeut: "Ja, gut, dann machen wir das nicht."  

Das nächste Mal kommt der Patient tatsächlich wieder zur Therapie, weil er sich die ganze Zeit geärgert hat, dass xyz jetzt tatsächlich nicht gemacht wurde.  

Der Therapeut fragt wieder: "Wollen wir xyz als Therapie machen?"  

Der Patient sagt wieder: "Nein."  

Nach ein paar Mal sagt der Patient dann endlich: "Also gut, aber wenn es nicht klappt, dann sind Sie schuld!"

Therapeut: "Oh weh, nein, dann machen wir es lieber nicht!"  

Der Patient darf auf jeden Fall keine Chance haben, die Verantwortung auf den Therapeuten abzuschieben.  

Wo ist der Patient unehrlich gegen sich selber, wo lügt er sich selbst an?  

Zeitaufwand Minimum: 1 Jahr, bis er da weiter kommt.  

 

Therapien: Atemtherapie, autogenes Training

Wenn ein Mensch singt, dann entspannt er den Thorax-Bereich und das hilft gegen einen Asthmaanfall. Singen entspannt die Lungen.

Familientherapie löst starke, lange Asthma-Anfälle aus, weil es den Patienten leicht überfordert. Man muss dazu den Patienten fragen und wenn er sagt, er will das, dann ist das ok.  

Katatymes Bilderleben ist auch ok.  

 

 

 

 

Mütter der Asthma-Patienten

 

Die Mütter sind genauso drauf: ordentlich, sauber, die Küche ist wie geleckt, im Kühlschrank ist alles sortiert und es liegt da auch keine Wurst und Käse aufeinander. Die Mütter haben selbst oft nur Vorstufen von Asthma, nämlich Allergien. Beim Asthma-Anfall wird die Mutter mit der Umwelt gleich gesetzt. "Die Umwelt will was von mir, was ich eh nicht schaff. Alles ist übermächtig und erdrückt mich. Ich habe auch ein Recht zu atmen, aber von außen kommt der Druck 'du darfst nicht!'" - so kommt es zum Asthma-Anfall. "Menschen, Mutter, ich weiß nicht, was die schon wieder alles von mir wollen!"  

Der Asthmatiker riecht im Allgemeinen schlechter als andere Menschen, aber Menschliches riecht er um so feiner, besonders Schweiß oder sogar Urin, igitt.  

In der Pubertät kommt es vor, dass die Mutter behandelt wird und das Kind gesund wird - die Problematik kommt echt aus dem System.  

Es ist eine Ambivalenz zwischen Gefühl und Abwehr. Der Patient ist eigentlich ganz sinnlich.  

 

 

 

Status Asthmaticus

 

Der Patient muss beatmet werden, der Anfall wird schulmedizinisch unterbrochen. Es besteht Todesgefahr. Der Patient kommt nicht mehr raus aus dem Anfall - er stirbt. Es ist Selbstmord durch Asthma. Das machen die wenigsten, aber es kommt echt vor.

 

 

 

Die Atmung von nicht an Asthma sterbenden Menschen ist hingegen grundlegenden anders. Beispielsweise die eines altersschwachen Menschen: Meist ist sie eintönig, gleichmäßig, maschinenhaft, während der Rhythmus sonst deutlichen Schwankungen unterworfen ist. Ein wichtiges Indiz also für Sterbeforscher, um den bevorstehenden Tod zu prognostizieren. 

 

Was Rafa meines Erachtens deutlich machen möchte: Dass es eine problematische psychische Programmierung geben kann, die ein Verhalten bewirkt, dass dem physischen Wohlbefinden kontraproduktiv ist; sie macht insbesondere frühkindliche Prägungen dafür verantwortlich. Durch die Konfrontation eines Atemgestörten mit den etwaigen psychischen Backgrounds der Krankheit kann womöglich ein Prozess angestoßen werden, der für den Gestörten positive Entwicklungen ermöglicht.  

Ob es jedoch möglich wäre, eine gesamte Gesellschaft von ihren Atemstörungen zu heilen, muss bezweifelt werden. Obwohl es schön wäre: Weder Psychotherapie noch Atemschule werden allen nichtphysischen Atembeschwerden abhelfen können – weil die psychischen Zustände einzelner Individuenletztendlich ein gruppenimmanentes Phänomen darstellen: das des Losers oder Sündenbocks oder Opfers. Und selbiger Loser wird eine Loseratmung pflegen, und das nicht aus selbstquälerisch-masochistischer Absicht, sondern aus der Natur dieser Rolle heraus, die er einnehmen muss: Und würde er sich durch positive Denkweise und Atemschule aus diesem Jammerjoch befreien, würde vermutlich sein Glücklichsein auf die anderen – die Gruppe insgesamt – negativ auswirken: Sein Glück würde andere ins Unglück stürzen. Sofern man annimmt, dass in der Gesellschaft die große Bilanz immer ein ausgeglichen sein muss: Genausoviel Glück wie Unglück. Und ein Lebewesen, das mehr Glück hat, hat es auf Kosten des Unglücks der anderen. Wie im monetären Segment genauso: Der Reichtum einiger weniger ist die Armut der übrigen.

 

An dieser Stelle interessant wäre eine Ausdeutung des Begriffs Loser oder gar psychischer Loser. Insbesondere in der Jugendkultur hat der Begriff des Opfers einen negativen Touch bekommen. Anders als in anderen Zeiten ist das Opfer offenbar selbst schuld – weil es psychisch nicht stark genug ist. Woher stammt diese Schwäche?

Eine Erklärung wäre: In seiner Erziehung/Sozialisation gab es Faktoren, die das Losertum in ihm anlegten: Er war der Schuldige in den Augen z. B. seiner Erzieher, war Schuld an deren Unglück. Die Annahme, dass auch ein an sich gesunder Körper durch negative Programmierung in die Hyperzyklen der Psychosomatik gelangen kann, die dann beginnen, seine Gesundheit tatsächlich zu unterhöhlen – weil Angst oft den Körper lähmt und in der Lähmung/dem geringen Aktionsradius dann auch physisch schwächt – muss gestattet sein. 

Ein solches Opfer wird somit immer seinen Opferstatus beibehalten, weil es so programmiert wurde: Erst von den Eltern oder Großeltern, eventuell sogar durch Kindesmissbrauch, dann von den Lehrern, denen es sich als Opfer durch opfermäßiges Verhalten geradezu anbietet, sowie den Mitschülern für sadistische Experimente zur Verfügung steht, später in der Ehe mit einem eventuell gleichfalls sadistisch grundangelegten Partner. Manche dieser Opferkarriere endet dann konsequenterweise in der eines Rolle eines Psychosomatikers, die so lange ausgefüllt wird, bis der Körper soweit geschwächt ist, dass ein tatsächliches Leiden an die Stelle des paradox-erhofften Leidens tritt: Das Opfer ist dann an seinem pervers-traurigen Ziel.

 

Den Einzelfall jedoch muss diese Überlegung nicht tangieren. Ein Einzelner kann sich mit Methoden der Psychoheilkunst sowie beispielsweise der Atemschule wieder aus diesem Opferjoch befreien oder seine Beschwerden zumindest lindern. Gesamtgesellschaftlich scheint es ein schwer zu lösendes Problem, da Gesellschaft bis auf den heutigen Tag immer Randgruppen erzeugt hat.

 

Auch Raucher bilden heutzutage eine neue Randgruppe, nachdem es der Gesellschaft nach einem Jahrhundert der kollektiven Tabakvergiftung gelungen ist, sich als Gemeinschaft von dem Laster zu distanzieren und es zu diskreditieren, wobei in der Phase der gesamtgesellschaftlichen Entwöhnung auch auf Diffamierung und Stigmatisierung nicht verzichtet werden kann. Der Raucher wird nun gleichfalls als Loser deklariert. Unlängst kam man in einem aktuellen Forschungsbericht über das Thema Rauchen und Selbstmord zu dem Ergebnis, dass Raucher eine erhöhte Selbstmordrate haben (und womit man das Rauchen nun auch wissenschaftlich legitimiert als einen Selbstmord-auf-Raten bezeichnen könnte).

 

Der Raucher nach dieser Studie und der Asthmatiker nach Rafa sind somit beide latent destruktiv gepolt. Und auch folgende Parallele zwischen diesen beiden Gruppen ist augenfällig: Dem Asthmatiker wird während eines Anfalls nicht nur die Tütenatmung empfohlen, die gewiss bald durch ein CO2-Spray oder ähnliches ersetzt wird. Man schult ihn überdies in der Technik der Lippenbremse. Hierbei soll der Asthmatiker die Luft durch den Mund abatmen, und zwar durch einen möglichst dünnen Schlitz – damit die Ausatemzeit merklich verlängert wird ... und diese Lippenbremse erinnert an was? An die Raucheratmung! Wie die Raucheratmung sorgt auch die Lippenbremse via verlangsamter Atmung für Entspannung im Körper, weil hier eine Atemtechnik angewandt wird, die relaxierend wirkt auf die Muskulatur und damit auch auf die beim Asthmatiker überspannte Atemmuskulatur!

(Ähnliches mag für die Atmung bei dem Inhalieren gelten: Vielleicht hat Hitze durchaus eine positive Wirkung auf die Schleimhäute, aber sie führt in der Regel auch zu einer anderen Atmung. Und durch die andere Atmung und somit die veränderten Atemgase im Blut kann dann auch in der Nase und der Lunge ein befreiendes Gefühl die Folge sein, von einem besseren psychischen Befinden noch flankiert ...) 

Und um ein letztes Mal auf die Psyche des Rauchers zurückzukommen: Die meisten von ihnen würden sich als Stressraucher bezeichnen! Sie rauchen, weil ihnen die Zigarette das Gefühl vermittelt, Stress abbauen zu können. In Wirklichkeit atmen sie aber nur mit der Stressatmung bzw. leben in einer permanenten Selbstüberforderung. Auch sie erfüllen gewissermaßen ein Opferprofil, allerdings eines, das seinen Deal gemacht hat mit einer Sucht, die hilft, die Beschwerden zu lindern. Der Preis (Raucherlunge etc.) ist hoch, aber die Linderung ebenfalls. Wenn man bedenkt, welche positive Wirkung die Raucheratmung auf die Raucher hat, kann man ermessen, wie wirkungsvoll und effektiv eine Atemschule sein kann – und zwar für jedermann! 

 

Aus meiner eigenen Beobachtung heraus kann ich sagen: Nach meiner Karriere als Zigarettenraucher (vom 20ten zum 27ten Lebensjahr) begann dann kurz nach dem Aufhören des Zigarettenkonsums die ebenfalls wenig erbauliche Karriere als Hyperventilierer mit gelegentlichen pseudoasthmatischen Anfällen, ich bekam Atemnot. Im Nachhinein ist es verblüffend, dass beides direkt ineinander überging: Zigarettenentwöhnung und Atemstörungen. 

 

Ich machte viele Experimente mit der Atemtechnik, lernte, verschiedene Atem-Gangarten einzuschlagen. Mit der einen war es möglich, binnen einem dutzend Atemzüge die Magendurchblutung dermaßen zu aktivieren, dass Magenknurren und Hungergefühl sich zeigten. Eine andere Atmung erlaubte es mir, binnen zwanzig Atemzügen kalte Füße oder kalte Hände warmzuatmen, oder umgekehrt kaltzuatmen. Unter Anwendung dieser Atemtechnik ist es möglich, im Winter ohne Handschuhe bei Minusgraden auf Dauer warme Hände zu behalten – und wer kennt das nicht? Dass er verliebt ist und zum Date mit dem/der Geliebten/m eilt und so erhitzt ist von innen, dass er nichts von dem kalten Winterwetter spürt, ja im Gegenteil noch meint zu schwitzen? 

Glück und positive Erwartung können den Körper heiß machen und das Blut prickelnd wie Sekt, wie auch eine ruhige und bewusste Atmung ihn heiß machen kann. 

Andere Zustände erreichen sie auch in anderen ungewöhnlichen Augenblicken. Denken Sie an eine starke Niesattacke. Wenn Sie wie ich als Heuschnupfler einmal eine Serie von 20 Niesern in einer Salve abgefeuert haben, werden auch Sie einen leichten Schwindel erleben. Das hat nichts mit der Nase zu tun, dem Nieskitzel, es ist ausschließlich die veränderte Atmung, die sie schwindlig macht. 

Oder denken Sie an intensive Lachanfälle: Wenn Sie eine Minute sich vor Lachen geradezu wegschmeißen, werden Sie ebenfalls ungewohnte Bewusstseinsmomente erleben: Warum? Weil Sie so begeistert sind von dem Witz? Nicht nur. Sie atmen beim Lachen anders (wiewohl man Lachen nicht generell als Lachen bezeichnen kann, es gibt wohl so viele Lachtechniken bzw. Lachgewohnheiten wie es Menschen gibt): Sie lachen sich schwindlig!  

Oder auch beim Weinen: Bei Heulkrämpfen differiert ihre Atmung erneut von der üblichen Ruheatmung – ein Forschungsgebiet, auf dem es noch viel zu entdecken gibt. 

 

 

An dieser Stelle frage ich mich erneut – und deutlicher dennje: Was fangen Sie nun mit all den Informationen an? Was, wenn Sie selbst mit Atemstörungen zu kämpfen haben? Ist das, was ich Ihnen hier vorgelegt habe, wirklich hilfreich für Sie? 

Es gibt Therapeuten, die der Meinung sind, es sei nicht gut für den Patienten, sich bewusst mit der eigenen Atmung auseinanderzusetzen, es würde die Probleme damit noch verstärken können.  

Ein Skeptizismus, der in die gleiche Kerbe schlägt wie der folgende Blondinenwitz: 

 

Eine Blondine geht mit Kopfhörern zum Frisör.  

Der Frisör: Wenn Sie wollen, dass ich Ihnen die Haare schneide, müssen Sie aber die Kopfhörer abnehmen!  

Die Blondine: Nee, das geht nicht.  

Frisör: Aber ich soll Ihnen doch die Haare schneiden! Also nehmen sie die Dinger ab! Blondine:  

Nee, das darf ich aber nicht!! 

Der Frisör wird wütend und reißt ihr sie runter. Nach ein paar Sekunden fällt die Blondine vom Stuhl und ist tot. Der Frisör nimmt den Kopfhörer und setzt ihn sich auf: "Einatmen - Ausatmen - Einatmen – Ausatmen ..."

 

Ich bin anderer Meinung. Wenn der Geist ein Ziel verfolgt, dann dieses: Zu lernen. Er will die Prozesse, die im Körper stattfinden, kontrollieren und koordinieren lernen. Will besser werden und effektiver. 

Die Atmung ist in einen komplexen Hyperzyklus eingebunden. Sie besser verstehen zu lernen, ist für jeden Menschen immer ein Vorteil. Und einen großen Teil dieses Verständnisses bezieht man nur aus dem Experiment.  

 

 

Und beziehen Sie bitte auch das in ihre Überlegungen zu diesem Thema mit ein: In den Stammeskulturen der sogenannten Naturvölker galten die heutigen Irren oftmals als heilig und weise, genossen große Macht und Ansehen. Noch heute können sie in vergleichbaren Kulturen Schamanen bei ihrer Arbeit beobachten – und sie werden sehr oft auf folgende Elemente stoßen: Die Schamanen arbeiten sehr gerne mit Dämpfen, die sie inhalieren, um in Trance zu geraten. Und: Sie hyperventilieren. Manche überatmen durchgängig in der Trance – und nehmen in diesen Zuständen Kontakt zu der anderen Welt auf.  

In unserem Verständnis sind derlei Praktiken okkultistisch, in dem atheistischen Weltbild gibt es keine andere Welt außer der Welt in unserem Gehirn, der Hyperventilierer, der Gesichte hat, ist demnach nur eine Art von Träumer, der etwas aus sich selbst herausholt, nicht Kontakt hat zu einer übersinnlichen Überwelt, wie er annimmt, nicht Informationen bezieht aus einer Überwirklichkeit, sondern allein aus seinem Unterbewusstsein.

 

Heute ist diese Art der Trance vielfach negativ besetzt: Weil sie vielen Fällen gewissermaßen aus Versehen unterläuft und den Betrancten dann in große Verzweiflung versetzt – er meint, nicht mehr richtig zu ticken. Wenn Sie aber den Schamanen zusehen, der in Trance im Kreis herumläuft und tote, frisch geschlachtete Tiere an sein Gesicht drückt – können sie ihn durchaus mit den Menschen in unseren westlichen Kulturen vergleichen, die verwirrt durch die Fußgängerzone staksen und seltsame Worte hervorstoßen oder brabbeln, eine Verwandtschaft ist hier nicht zu leugnen.

Nur dass sich die Wertigkeiten verschoben haben und solche Störer der öffentlichen Ordnung gerne in psychiatrische Anstalten verbannt werden. Wir suchen keine Mittler mehr zwischen der spirituellen und der profanen Welt.

 

 

Wie also Heilung, Selbstheilung erlangen? 

 

Der Geist sucht immer die beste Lösung. Allerdings sind manche Situationen knifflig, manche Hyperzyklen sehr komplex und machen mitunter eine sinnige Lösung zum Versuch des Unmöglichen. Aus fehlender Kenntnis der Situation bzw. einem Mangel an Information entsteht somit oft ein Zustand zwischen Hoffen und Bangen. 

 

Einen noch vergleichsweise einfachen, aber doch aufschlussreichen Hyperzyklus erlebte ich letzte Nacht: Wohl hatte ich mich beim Tanzen des stets sehr sportiven italienischen Volkstanzes überanstrengt. Meine Kondition nach einem Jahr der Abstinenz überschätzt, mich hinreißen lassen – mit dem Resultat, dass ich im Bett recht plötzlich bemerkte, dass kurz vor dem Einschlafen in beiden Waden sich Krämpfe bemerkbar machten, wie ich sie in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt hatte; Schmerzen, die danach rufen, mit Schmerzmitteln gelöscht zu werden. 

Ich setzte mich auf und versuchte durch Gegenstrecken die Muskeln wieder zu entkrampfen. Versuchte Massage, was geringfügig Linderung brachte. Aber auch meine innere Aufregung und anschwellende Angst (was wird sein, wenn es immer schlimmer wird? Was, wenn die Krämpfe den ganzen Körper erfassen?) sorgte dafür, dass meine Atmung sich veränderte. Es war nicht mehr die Atmung eines Einschlafenden, sondern die eines wachen und aktiven Menschen. Und das war das beste Seditativ/ Beruhigungsmittel für meine Wadenmuskulatur! Die Schmerzen hörten auf.

Ich legte mich erneut schlafen, und erneut, als ich kurz vor dem Einschlafen war und meine Atmung sich in den Ruhemodus begab, bekam ich wilde Krämpfe, die sich nur stoppen ließen, indem ich mich aufsetzte, gegenstreckte und die aktive Wachatmung praktizierte. Nach einigen mehreren dieser Abläufe wurde mir der Zusammenhang klar. Was tun? Wach bleiben? Ich konnte doch nicht die ganze Nacht durchwachen? Dann würde ich am nächsten Tag völlig zerschlagen sein ... aber sobald ich einschlafen wollte, bekam ich Krämpfe. 

Ich hatte mich also in eine Zwickmühle navigiert: Entweder Schlaflosigkeit, was aber bei der vorhandenen Müdigkeit selbst schon paradox war; wenn ich einschlafen wollte, wurde ich wieder von Schmerzen geweckt ... stellen Sie sich diese Situation mal über ein paar Tage vor (bei mir indessen trat eine Entspannung der Muskulatur gegen frühen Morgen ein), dann haben sie ein paar Tage Schlaflosigkeit ... und in der Schlaflosigkeit werden Sie womöglich anfangen, weitere Ängste auszubilden in dem Stile: Es wird nie mehr besser etc., kurzum, Sie können daran sehen, wie ein einfacher Hyperzyklus funktioniert und wie hilflos in solch einem Moment der Geist ist, der das Schema erkennen kann, aber eine Lösung nicht immer parat hält. Es gibt Eskalations-Hyperzyklen, die geradezu zwanghaft in die Katastrophe führen.  

 

In der Medizin verwendet man hierfür den Begriff circulus vitiosus, verwendet ihn für einen pathophysiologischen Prozess, bei dem sich zwei (oder mehr) gestörte Körperfunktionen im Sinne einer positiven Rückkoppelung wechselseitig beeinflussen und die Erkrankung dadurch aufrechterhalten oder beständig verstärken.

 

 

 

 

Conclusio: 

 

Wie sieht es nun aus? Ist Gedankenkontrolle, Gedankendomestikation möglich?

Im Sinne der Therapie von psychosomatischen Beschwerden erscheint es sinnvoll, den Fokus auf den Mentalinhalt zu richten. Das heute sprichwörtlich gewordene positive thinking Dale Carnegies als Allheilmittel wird zwar gemeinhin belächelt – meint aber dasselbe wie diese Form der positiven Gedankenkontrolle.

Wenngleich ein Faktor nicht missachtet werden darf: Es gibt Angstszenarien, die man nicht mittels positiver Gedanken rosarot malen sollte. Angst hat eine Funktion, verlangt oftmals zu Recht, dass man sich ihr stellt, sofern man im Sinne von Überleben denkt und nicht nur von Erleben; Erleben um jeden Preis, also auch den Preis des Lebens. 

Ein Lebewesen ohne Angst, eines mit heroischer Natur also, kann leicht zum Draufgänger werden; irgendwann ist die Grenze nicht nur erreicht, sondern überschritten. Der professionelle Grenzgänger muss Acht geben, um nicht in einem Moment der Misskonzentration in den Abgrund abzurutschen. 

Ein allzeit positiv denkender Mensch ist nicht vor Unglück gefeit; er mag mitunter öfter als andere Menschen ins Unglück laufen. Die Crux an diesem positiven Mensch ist jedoch die: dass er auch das Negative Erlebnis als positiv empfinden kann. Oder wie Miguel de Unamuno so trefflich beobachtete: 

 

Ja, in den Ereignissen und Wechselfällen des Schicksals sucht der Mensch nichts anders als Nahrung für die ihm angeborene Trauer oder Fröhlichkeit. Ein und dasselbe Ereignis erscheint und traurig oder fröhlich, je nach unserer angeborenen Veranlagung. 

 

Im Sinne der Idealen Welten muss Gedankenkontrolle allerdings eine Schimäre bleiben. Entweder sind die Gedanken schon vorgezeichnet, oder sie sind Zufallsprozesse. Genauso, wie die Atemfrequenzen und Atemrhythmen dann lediglich Zufallsprozesse sind. In dieser zufälligen Welt wäre somit auch der Hyperzyklus von sich gegenseitig beeinflussenden Aspekten wie Atem, Herzschlag, Gedankentätigkeit eine Täuschung. (Im Falle der determinierten Welt hingegen könnte der Hyperzyklus ein Gesetz darstellen, der diese fixe, programmierte Welt in eben dieser Weise generiert.)